Bürgerliste bestätigt Vorstandschaft und diskutiert Zukunftsthemen
Die Bürgerliste Landkreis Pfaffenhofen hielt kürzlich ihre Jahreshauptversammlung im V-Heim in Schweitenkirchen ab. Dabei wurde die gesamte Vorstandschaft einstimmig im Amt bestätigt.
Armin Geisse (Münchsmünster) bleibt Vorsitzender der Bürgerliste, unterstützt von seinem Stellvertreter Michael Franken (Reichertshofen). Gabi Kaindl (Schweitenkirchen) führt weiterhin die Kasse, Schriftführerin ist erneut Annette Schütz-Finkenzeller (Gerolsbach). Beisitzer sind Karl Huber (Ernsgaden), Stefan Hufnagel (Ensgaden), Katharina Missbrandt (Baar-Ebenhausen), Erwin Renauer (Reichertshausen) und Paul Weber (Geisenfeld). Als Kassenprüfer wurden Andreas Meyer und Hans Klinger (beide Münchsmünster) wiedergewählt.
In seinem Rechenschaftsbericht betonte Vorsitzender Armin Geisse, dass die Bürgerliste nach wie vor „stabil, engagiert und konstruktiv in der Kreispolitik mitarbeitet“. Er dankte sowohl dem Stellvertreter des Landrats Karl Huber als auch dem Fraktionsvorsitzenden Michael Franken für ihre "unermüdliche Arbeit" und die offenen und transparenten Informationen, die den Mitgliedern immer wieder persönlich und in Newslettern zur Verfügung gestellt werden. Die Vorbereitungen für die Kreistagsliste zur Kommunalwahl 2026 sind nach den Worten des alten und neuen Vorsitzenden weit fortgeschritten; die Aufstellungsversammlung werde voraussichtlich Mitte November stattfinden. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen unabhängigen Wählergruppen habe sich bewährt und werde fortgesetzt. Bei der Versammlung waren diese auch vertreten, zum Beispiel aus Reichertshofen, Schweitenkirchen, Reichertshofen und Wolnzach. Für letztere waren dem Vernehmen nach der 2. Bürgermeister Josef Schäch und Brigitte Hackl anwesend.
Fraktionsvorsitzender Michael Franken berichtete über aktuelle Themen im Kreistag. Mit dem Start des neuen ÖPNV-Linienbündels Nordwest im Herbst sei ein weiter wichtiger Schritt zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs gelungen, auch wenn noch „Kinderkrankheiten“ zu bewältigen seien.
Beim Hochwasserschutz arbeite der Landkreis derzeit an der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft, um dezentrale Maßnahmen in den Gemeinden besser zu koordinieren. Die größten Herausforderungen lägen hier in den langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Finanzierung. Franken betonte, dass man hierzu „in engem Austausch mit Landrat Albert Gürtner steht". Münchsmünsters Bürgermeister Andreas Meyer hob hervor, wie wichtig es sei, die Wassermassen bereits im Oberlauf von Flüssen und Bächen zurückzuhalten. „Das spart Millionen und macht die riesigen, staatlich geplanten Polder weitgehend überflüssig“, so Meyer. Er wiederholte die Forderungen, die Planung des "Riesenpolders" bei Münchsmünster zu stoppen und die Gelder der Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung zu stellen.
Auch die Diskussion um den künftigen Gymnasiumsstandort im Landkreis wurde aufgegriffen. Nachdem sich die Stadt Ingolstadt vom Standort Manching verabschiedet habe, müsse geprüft werden, ob und wenn ja wo ein neues Gymnasium erforderlich sei – zumal derzeit die Geburtenzahlen wieder rückläufig seien. Wenn man sich für ein Gymnasium entscheide, müsse die Standortdebatte neu geführt werden. „Wir werden uns in die Diskussion sachlich und konstruktiv einbringen, wenn es um vernünftige Lösungen geht“, stellte Franken klar.
Mit Blick auf die Finanzlage des Landkreises wies der Fraktionschef auf die „generell angespannten kommunalen Haushalte“ hin. Man könne nicht immer mehr Aufgaben vom Statt ohne finanziellen Ausgleich übernehmen. Die Versprechen der großen Politik kämen den Kommunen teuer zu stehen. Man müsse sich auch einer Aufgabenkritik stellen und prüfen, was künftig noch finanzierbar sei. Dabei könne es durchaus sein, dass man Strukturen straffen und Leistungen zurückfahren müsse. "Der Staat ist kein guter Kaufmann", meinte Franken mit dem Hinweis, "dass man den Unternehmen und den Menschen mehr vertrauen kann, als dies derzeit der Fall ist.".
Auch im Gesundheitswesen sei Kooperation statt Konkurrenz gefragt: „Mit der Kannibalisierung des Gesundheitswesens ist nichts zu gewinnen, wenn wir uns in der Region nicht einig sind, gibt es nur Verlierer," unter Hinweise auf die "wankelmütigen Signale, die aus Ingolstadt kommen". Viele Menschen würden sich von der "Regionshauptstadt" eine stärkere Führungsrolle bei zentralen Themen und gerade bei der Klinikpolitik erwarten.
Im weiteren Verlauf der Versammlung entspann sich eine lebhafte Diskussion über wirtschaftliche Themen. Bernd Huber mahnte an, der Mittelstand leide zunehmend unter der überbordender Bürokratie. „Es ist höchste Zeit, den Worten endlich Taten folgen zu lassen“, sagte er. Der Stellvertreter des Landrats Karl Huber wies darauf hin, dass er in vielen Verfahren mitarbeite, die Unternehmen und Bürger bei Verwaltungsverfahren zu unterstützen und "bürokratische Eskapaden" zu vermeiden. Das Landratsamt sei Vollzugsbehörde und könne nur das umsetzen, "was in den Parlamenten von den Abgeordneten durch ihre Abstimmungen produziert wird". Er appellierte an die Volksvertreter auf Bundes- und Landesebene mehr als bisher die Interessen der Unternehmen sowie der Bürgerinnen und Bürger im Blick zu haben.
Zum Abschluss dankte Vorsitzender Armin Geisse allen Mitgliedern und Mandatsträgern für ihr Engagement: „Die Bürgerliste ist im Landkreis fest verankert und wird auch künftig eine starke Stimme in der Kreispolitik bleiben.“



